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Die lieben Kleinen und unser Hund

Jeder von uns der Kind und Hund hat wird es kennen wie Hund und Kind miteinander umgehen. Die Realität sieht aber sehr oft anders als auf den Fotos aus, die man bei Facebook und Co. oft sieht. Es sind Momentaufnahmen, die muss ich zugeben, doch oft sehr schön sind!

Aus eigener Erfahrung

Unser kleiner Mann hat jetzt vor kurzem angefangen zu laufen, was bedeutet, er ist auf Kopfhöhe mit unseren Hunden. Unsere Hunde sind tatsächlich total goldig mit unserem Kleinen und spielen mit ihm. Allen voran unsere Hündin Red! Sie bringt ihm ihr Spielzeug und legt es hin, zieht ganz vorsichtig daran und gibt es ihm wieder. Mokka, unsere älteste Hündin, geht zu ihm und drückt ihren Kopf an ihn. Unser Dobi würde den Kleinen am liebsten den ganzen Tag waschen, wenn wir sie lassen würden. Als wir Eltern wurden brachte ich einen getragenen Body mit nach Hause, um unsere Hunde daran riechen zu lassen – ich halte nichts von der Windel-Theorie – und unser Dobi Mädchen hatte ja tatsächlich am nächsten Tag Milch!Unser Rüde, der den Kleinen auch total mag, hat aber etwas Probleme damit, dass der Kleine jetzt herum bollert und bekommt etwas stress! Er zieht sich dann eben einfach zurück, wo er etwas Ruhe hat. So weit so gut! Unser kleiner Rabauke findet es aber lustig, ihn zu verfolgen und ihn wieder zum Weggehen zu verleiten.

So entstehen die Probleme

Und da beginnen oft die Probleme zwischen Kind und Hund!!! Ist man als Eltern mit der permanenten rosaroten Brille bestückt und sieht nur was man sehen möchte, kann das extrem nach hinten los gehen. Oft sehe ich Bilder oder sogar Videos in dem ein Kleinkind den ach sooo lieben Familienhund im Arm hält und knuddelt, ach wie goldig!!!Das Kind sicherlich mit den besten Absichten, davon gehen wir einmal aus, bemerkt natürlich nicht was der Hund evtl. gerade mitteilen möchte!

BITTE HÖR AUF, MIR IST DAS ZU NAH!!!

Das könnte ein Gedanke des Hundes sein. Aber es möchte keiner sehen, da das zu erwartende Bild so bezaubernd werden wird. Das lecken, evtl. sogar schon leicht angezogene Lefzen oder die gerunzelte Stirnfalten, der starrer werdende Blick!? Ab hier wäre es aber wirklich aller, aller höchste Zeit mal zu reagieren! Und was ist aber oft der Fall? Es wird weiter munter mit der Kamera draufgehalten, weil`s ja so putzig ist! Und dann passiert es!!!! Der Hund schnappt zu!!! Weg fliegt die rosarote Brille, der Vater erwacht aus dem Koma und geht auf den bösen Hund los, der ja das Kind gebissen hat, und naja du kannst es dir denken! Mutter eilt zum Kind und versorgt es. Und der Hund trägt, obwohl er jahrelang der beste und liebste Begleiter war, die Folgen. Der böse Hund – „Problemhund“. Eine Geschichte die sicher in ähnlicher Form schon stattgefunden hat – leider.

Schuld war hier aber wer?

Der Hund? Das Kind? Die Eltern? Für mich persönlich und ich hoffe für Dich ebenfalls, ist es am wenigsten der Hund. Und bitte komme mir nicht mit, der muss das abkönnen bla bla, NEIN!!! Er kann und wird es lernen! Für die meisten Hunde ist es eine gewaltige Umstellung, erst recht wenn er vorher der Mittelpunkt gewesen ist. Das Kind wirft aber auch alles über den Haufen! Dein Hund braucht dafür auch Zeit. Aber zurück zur Geschichte!

Gegenseitiger Respekt durch klare Regeln

So lieb und toll unsere Kinder auch sein mögen und so lieb und geduldig unser Hund auch ist müssen für beide Seiten Regeln gelten. Das Kind muss akzeptieren, dass der Hund auch mal seine Ruhe haben möchte und hat ihn dann auch in Ruhe zu lassen. Auch wenn ich das dem Zwerg tausendmal sagen muss! Der Hund muss lernen, dass er mit dem Zwerg, auch wenn er/sie auf den Knieen irgendwie wie ein Hund rüber kommt, nicht spielen kann, wie mit einem Hund. Das obliegt mir, als Hundehalter und Elternteil das zu regeln. Bin ich mir nicht sicher hole ich mir Hilfe! Grenzen sind nicht nur für unsere Hunde einzuhalten, nein auch unsere lieben Kleinen müssen das lernen. Wir müssen aber auch unsere Hunde besser verstehen, um zu erkennen – rechtzeitig zu erkennen – wenn unser Hund nicht möchte! Damit so etwas, wie in der Geschichte, erst gar nicht passiert. Leider ist es dann sehr oft der Hund, der das nachsehen hat und dem unter Umständen schlimmes widerfährt. Aber das wäre nicht nötig, würde ich mich mit dem Tier Hund realistisch auseinander setzen, denn dann würde ich auch erkennen, dass der Hund mit seinen gegebenen Mitteln versucht zu kommunizieren. Aber auch hier muss ich erwähnen, dass viele Hunde nicht mehr kommunizieren dürfen, sondern sich kompromisslos den Wünschen ihrer Halter zu unterwerfen haben – sind sie auch noch so unrealistisch und vermenschlicht!

Fazit

Gebt beiden ihren Raum, auch das Kind will sich einmal entfalten, da muss eben der Hund mal zurück stecken und umgekehrt. Seit realistisch und nehmt die rosarote Brille ab, die verhindert, dass ihr die Wahrheit seht, dann klappt auch das Kind-und-Hunde-Leben gemeinsam. Und bevor hier eine wilde Diskussion entsteht, ja es gibt Hunde die mögen einfach keine Kinder oder nur das Eigene, den Rest aber nicht! Deshalb ist der Hund aber nicht böse oder komisch! Er ist was er ist, ein Hund!

Und nun der obligatorische Satz: Bitte lass Deinen Hund nie unbeaufsichtigt mit Deinem Kind alleine. Auch eine gut und zu 100% gut gemeinte Aktion Deines  Hundes kann zu einer unnötigen Verletzung führen.

In diesem Sinne

Euer Jens von Canin Aktiv Hundeausbildung

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Super geschrieben, genauso ist es.

  2. Genau so !
    Megarichtig auf den Punkt gebracht

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