Eine mögliche Entstehungsgeschichte

Man geht mit seinem angeleinte Hund schön entspannt spazieren und da kommt ein anderer Hund daher – natürlich ohne Leine. Dieser schleicht andächtig um meinen Hund herum und wird aufdringlich! Mein Hund teilt ihm mit: „Du ich mag nicht, lass mich bitte in Ruhe!“ Der Andere denkt aber nicht daran, bleibt weiter lästig und wird noch aufdringlicher! Unser Hund wird deutlicher! Mittlerweile hat sich der Besitzer herbei bequemt. Ich fordere ihn auf: „Nehmen sie doch bitte mal ihren Hund zu sich!“ Die Antwort: „Nee, warum denn, der tut nix!“ In diesem Moment beißt mein Hund den anderen Hund ab, weil dieser versucht aufzureiten! Der andere Hund schreit auf und rennt weg! Der Besitzer erbost: „Was haben sie den für einen asozialen Hund, der ist ja gefährlich!“

Zack, so schnell ist ein Problemhund geboren! Aber welcher der Beiden ist den der „Problemhund“?

Hunde sind überwiegend Legastheniker - Sie dürfen ihre Sprache nicht mehr erlernen und ausüben

Die moderne Hundeerziehung, wie sie in den meisten Hundeschulen oder Hundesportvereinen vermittelt wird, ist nicht mehr artgerecht. Hunden wird es verboten zu kommunizieren – sie werden zu Legasthenikern.

In der Welpenstunde fängt der ganze Prozess schon an. Welpen werden ohne „Schiedsrichter“ in den Ring gelassen. Es gibt keine klaren Regeln für den Hundehalter, wie sie sich richtig verhalten und wie sie ihren Welpen richtig in das Spiel starten lassen. Genauso wenig erfahren die Welpen, während des Spielens, keine Konsequenzen durch Hundehalter oder Trainer, wenn sie sich schlecht aufführen und den Charakter des „Mobbers“ annehmen. Dieser Hund wird in Zukunft der sein, der seinen Besitzer zu jedem anderen Hund hinziehen wird. Wenn er das nicht bekommt, was er will, ein riesiges Gezeter an der Leine aufführt, worüber wir uns nur noch in Grund und Boden schämen. Es entsteht der Problemhund „Der tut nix!“ oder „Raufer“. Das andere Exemplar einer normalen Welpenstunde ist der Problemhund „Leinenpöbler“ oder „Angsthund“. Denn er war es, der von dem „Mobber“ gemobblt wurde und daraus resultierend ein Abneigung fremden oder neuen Hunden gegenüber entwickelt hat. 

Was könnte die Lösung sein?

Das könnte durch klare Regeln an Hundehalter, aber auch an die Welpen, ganz einfach behoben werden. Hunde müssen kommunizieren lernen und auch ihre Sprache zum Ausdruck bringen dürfen. Dazu gehört auch mal ein lautstarkes Wortgefecht – ein sogenannter Kommentkampf, meist unter Rüden – oder ein Abbeißen, ohne das Einschreiten der Hundebesitzer oder des Trainers. Bitte aber nicht zu verwechseln mit der sehr oft getroffenen Aussage: „Die machen das schon unter sich aus.“ Hunde kommunizieren über ihre Laute, ihre Gestik und auch mit dem Maul. Schlussfolgernd ist es auch normal, dass es hier und da auch mal zu kleinen Kratzern kommen kann. 

Lassen wir unsere Hunde diese wichtigen Erfahrungen nicht erleben, sind sie ihr gesamtes Leben lang nicht fähig artgerecht und klar zu kommunizieren!

Exkurs: Aggression beim Hund

Ein an der Leine pöbelnder Hund, der Hund der am Zaun bellt, ein Hund der Artgenossen und/oder Menschen nicht mag, wird gerne als aggressiv bezeichnet. An sich ist Aggression kein Problem, erst wenn sie in Gewalt umschlägt, ist Aggression ein Problem!

Wir stehen Dir zur Seite wenn es darum geht, herauszufinden welche Form der Aggression und welche Motivation dahinter steckt. Aggression ist eine Form der Kommunikation und sehr wichtig für unser soziales miteinander – also unverzichtbar.

Was ist Aggression?

Grundsätzlich erst einmal „normal“. Aggressionen sind in Tieren und Menschen verankerte Verhaltensmuster zur Verteidigung oder Gewinnung von Ressourcen und zur Bewältigung potenziell gefährlicher Situationen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil unseres Verhaltens und machen das Leben in einem Sozialverband erst möglich.

Verhaltenswissenschaftlich gehört die Aggression zu einer Sammlung von Verhaltensweisen die gesamt als agonistisches Verhalten bezeichnet werden. Die Argonistik besteht aus zwei gegensätzlich wirkenden Verhaltensweisen dem Angriffsverhalten (offensiv) und das Abwehrverhalten (defensiv). Die Verhaltensweisen, die vier F’s: Fight (Kampf), Flight (Flucht) und Freeze (einfrieren) oder Flirt, werde auch unter dem Begriff Argonistik vereint.

Formen der Aggression:

  • Intraspezifische Aggression (innerartig)
  • Interspezifische Aggression (zwischenartig)

Motivationen der Aggression:

  • territorial
  • Ressourcen
  • sozialmotiviert
  • statusbedingt
  • umgelenkt
  • sexuell
  • Angstaggression
  • gelernte Aggression

Aber es darf nicht ausarten und dabei helfen wir Dir!

Ist eine Erziehung eines aggressiven Hundes möglich? Ja!

Um mit Dir und Deinem Hund zusammen an dem Verhaltensproblem zu arbeiten, analysieren wir in dem ersten Einzeltraining die Ursache der Verhaltensauffälligkeit und durchleuchten Deine genau Reaktionsweise auf dieses Verhalten. Danach können wir Dir einen Trainingsplan erstellen, der die Kommunikation zwischen Dir und Deinem Hund verständlicher gestaltet und die Erziehung dadurch verbessert. Doch Dir sollte klar sein, dass wir nie vorhersehen können wie lange diese Betreuung durch uns dauern wird. Das ist ganz von Deinem Hund abhängig. Er gibt das Lerntempo vor und wir müssen uns voll und ganz darauf einlassen und ihm die nötige Zeit lassen. Stress und Ungeduld sind bei keinem Training förderlich!

Exkurs: Angst beim Hund

Dein Hund hat Probleme mit seiner Umwelt und oder mit Geräuschen, vielleicht sogar vor anderen Menschen oder Hunden. Er erschreckt sich sehr leicht und läuft weg!

Hat er Angst oder fürchtet er sich!?

Angst bedeutet, dein Hund macht sich Gedanken, dass etwas eintreten könnte! Furcht ist, wenn etwas tatsächlich in diesem Moment bedrohlich für deinen Hund wirkt, wovor er sich schützen möchte!

Furcht kann in Flucht, aber auch in Aggression umschlagen!

Wenn Du das herausfinden möchtest und Du mit Deim Hund in Zukunft ein entspanntes Leben ohne Angst führen willst, dann melde Dich bei uns!

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